Eckdaten zum Fahrzeug
Dieser Riley 12/6 wurde am 1. März 1933 erstmals für den Straßenverkehr in Großbritannien zugelassen. Das Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 44T275 verließ das Werk ursprünglich als viertüriger Riley 12/6 4-Light Kestrel Saloon und präsentiert sich heute als sportlicher Special mit einer bemerkenswerten Geschichte im britischen Motorsport der Nachkriegszeit.
In den frühen 1950er-Jahren wurde der Riley zu einem Special umgebaut. Im Zuge dieser Modifikationen wurde das Fahrgestell 1956 gekürzt, um die Fahreigenschaften bei Bergrennen und Trial-Veranstaltungen zu verbessern. Verantwortlich für diesen Umbau war R. J. Dudley, der das Fahrzeug 1956/57 vom Erstbesitzer erworben hatte.
Nach Abschluss der Arbeiten nahm der Riley unter seinem britischen Kennzeichen CG 3587 an verschiedenen Veranstaltungen teil. Zu den dokumentierten Einsätzen zählen unteranderem die Teilnahme am traditionsreichen Exeter Trial sowie am Lands End Trial im Jahr 1959. Diese Veranstaltungen gehörten zu den anspruchsvollen Herausforderungen des britischen Motorsports, bei denen neben Zuverlässigkeit und Traktion insbesondere das fahrerische Können gefragt waren.
Eine Besonderheit bei diesem Fahrzeugs ist die vorhandene historische Dokumentation. Ein DIN-A4-Ordner enthält Bildmaterial aus den 1950er-Jahren und gewährt damit einen anschaulichen Einblick in die frühe Geschichte des Specials und seine damalige Verwendung.
In den 1980er-Jahren erhielt der Riley seine heutige Karosserie. Nach den Überlieferungen der Familie Dudley, die das Fahrzeug bis 2019 besaß, wurde hierfür die bereits in den 1950er-Jahren verwendete Karosserie angepasst und modifiziert. Nach zwei weiteren Eigentümerwechseln innerhalb Großbritanniens wurde der Riley 2024 nach Deutschland verkauft. Im selben Jahr erfolgten der offizielle Import sowie die Zulassung in Deutschland mit historischer H-Kennzeichnung. Der letzte britische Eigentümer hatte bereits umfangreiche Arbeiten an dem Fahrzeug durchführen lassen. Aufgrund seines Alters konnte er das begonnene Projekt jedoch nicht mehr vollständig abschließen. Der heutige Eigentümer führte die begonnenen Arbeiten fort und nahm weitere technische Verbesserungen vor.
Zu den bereits in Großbritannien ausgeführten Arbeiten zählen:
- Vollständige Neuanfertigung der Fahrzeugelektrik
- Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik
- Vollständige Überholung des Vierganggetriebes einschließlich neuer Zahnräder und Lager
- Anfertigung einer neuen Abgasanlage aus Edelstahl
- Einbau eines neuen Aluminiumkühlers
- Generalüberholung der Lichtmaschine
- Abdichtung der Hinterachse sowie Einbau eines neuen Tellerrad-Kegelrad-Satzes
- Teilüberholung der Bremsanlage
Unter dem derzeitigen Eigentümer wurde der Motor weiterentwickelt und im Zuge umfangreicher Arbeiten technisch aufgewertet. Anstelle des ursprünglich verbauten Zenith-Vergasers versorgen nun zwei SU-H2-Vergaser den Motor mit Gemisch. Im Rahmen der Motorarbeiten wurde der Motorblock überarbeitet, neue Kolben und Pleuel wurden eingebaut und die Weißmetalllager erneuert. Darüber hinaus wurden die Nockenwellen überarbeitet und mit einem sportlicheren Profil versehen. Einstellbare Nockenwellenräder ermöglichen eine präzise Abstimmung der Steuerzeiten. Ergänzend wurde eine Warnblinkanlage nachgerüstet. Seit Abschluss dieser Arbeiten wurden mit dem Fahrzeug erst wenige Kilometer zurückgelegt. Der Motor befindet sich daher noch in der Einfahrphase und sollte entsprechend behutsam eingefahren werden.
Mit seiner sportlichen Auslegung, der überarbeiteten Technik und seiner interessanten britischen Vergangenheit bietet dieser Riley 12/6 Special eine attraktive Grundlage für die Teilnahme an historischen Veranstaltungen. Der vorhandene Gepäckraum und das einfach zu montierende Verdeck machen den Wagen zugleich zu einem praktischen Begleiter für Ausfahrten, Touren und mehrtägige Oldtimerveranstaltungen. Das Fahrzeug ist fahrbereit. Weitere derzeit bekannte, noch ausstehende Arbeiten sind nicht bekannt. Aufgrund der erst kürzlich abgeschlossenen Motorarbeiten empfiehlt sich jedoch eine sorgfältige Einfahrphase. Eine kleine Sammlung von Ersatzteilen wird zusammen mit dem Fahrzeug angeboten.

Hubert Kranz
+49 172 60 59 166
hubert@oldtimerservice-kranz.de

Hagen Kranz
+49 160 56 88 102
hagen@oldtimerservice-kranz.de
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Mehr InformationenRiley – britische Sport- und Rennwagenkultur der 1920er/30er Jahre
Riley gehörte in den 1920er und 1930er Jahren zu den bedeutenden britischen Herstellern sportlicher Fahrzeuge und war besonders im Motorsport erfolgreich. Die Marke stand für leichte, technisch fortschrittliche Konstruktionen mit drehfreudigen Vierzylindermotoren und präzisem Fahrverhalten.
Riley-Fahrzeuge erzielten zahlreiche Erfolge im Tourenwagen- und Sportwagensport sowie bei Berg- und Langstreckenrennen und galten in ihrer Klasse als besonders agil und wettbewerbsfähig. Heute zählen die Renn- und Sportmodelle dieser Ära zu begehrten Vorkriegs-Klassikern mit ausgeprägter Motorsporthistorie.
Fahrzeug-Highlights im Überblick:
- In den 1950er-Jahren in Großbritannien zum sportlichen Special umgebaut, mit historischer Vergangenheit bei Sprint-, Rundstrecken- und Bergrennen sowie Trial-Veranstaltungen. Historisches Bildmaterial vorhanden.
- 1,5-Liter-Reihensechszylindermotor von Riley in Kombination mit einem Viergang-Schaltgetriebe.
- Motor kürzlich teilweise revidiert, unter anderem mit erneuerten Weißmetalllagern, Kolben und Pleueln sowie überarbeiteten Nockenwellen mit sportlicherem Profil.
Dokumentation & Provenienz:
- Englische Zulassung vorhanden
- Deutsche H-Zulassung vorhanden (HU bis 05/28)
- Fahrzeughistorie durch Unterlagen belegt
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